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PPWR-Checkliste: Was Sie in Ihrer Rolle erledigen müssen

PPWR-Checkliste nach Rolle: Was Erzeuger, Händler und Importeure seit dem 12.08.2026 tun müssen und was Sie nur vorsorglich erfassen. Stand Oktober 2026.

Ben KoenigsBen KoenigsCo-Founder & CPO, RegulyVeröffentlicht am 26.07.2026 · 9 Min Lesezeit
Verpackungen und Compliance-Unterlagen auf einem Schreibtisch als Symbol für die PPWR-Checkliste
Inhalt
  1. Schritt 1: Rolle je Verpackung bestimmen
  2. Checkliste Erzeuger: heute Pflicht
  3. Checkliste Händler: prüfen, nicht erklären
  4. Checkliste Importeur: Kopie und Anschrift
  5. Vorsorglich erfassen, noch keine Pflicht

Die PPWR gilt seit dem 12.08.2026. Welche Schritte Sie heute gehen müssen, hängt an Ihrer Rolle je Verpackung: Erzeuger stellen die EU-Konformitätserklärung (DoC) aus, Händler prüfen, Importeure halten die DoC-Kopie bereit. Diese Checkliste trennt, was heute Pflicht ist, von dem, was Sie vorsorglich erfassen sollten.

Stand
Oktober 2026, Pflichten seit 12.08.2026
Bußgelder
ab 12.02.2027, meist bis 10.000 €
Rolle
gilt je Verpackung, nicht je Unternehmen
Vorlagefrist
10 Tage nach begründetem Verlangen der Behörde

Schritt 1: Rolle je Verpackung bestimmen

Vier Fragen entscheiden: Trägt die Verpackung Ihren Namen oder Ihre Marke? Geben Sie die Spezifikation vor, etwa bei einem Maßkarton? Importieren Sie selbst aus einem Drittland? Sind Sie Kleinstunternehmen mit einem Verpackungslieferanten im selben Mitgliedstaat? Wer die Marke trägt oder die Spezifikation vorgibt, ist Erzeuger. Für neutrale Standardware wie Versandkartons, Klebeband oder Paletten ist der Hersteller des Teils Erzeuger. Ein Versandaufkleber ist kein Branding.

Fall

Eigene Marke, befüllt oder gefertigt

Erzeuger
Sie
Was Sie brauchen
Lieferantenangaben nach Art. 16, eigene technische Dokumentation und DoC

Fall

Fertig verpackte Ware unter fremder EU-Marke

Erzeuger
Der Markeninhaber
Was Sie brauchen
Prüfvermerk: Registrierung, Kennung, Erzeugerangaben. Keine DoC-Pflicht

Fall

Import unter Drittlandmarke

Erzeuger
Der Drittlandhersteller
Was Sie brauchen
DoC-Kopie, Zusage zur Vorlage der technischen Dokumentation, eigener Name und Anschrift auf der Verpackung

Fall

Neutraler Versandkarton, Folie, Palette

Erzeuger
Der Hersteller des Teils
Was Sie brauchen
Dessen DoC-Kopie oder Herstellererklärung ablegen, Bezug dokumentieren (Art. 22)

Fall

Kleinstunternehmen, Lieferant im selben Mitgliedstaat

Erzeuger
Der Lieferant
Was Sie brauchen
Dessen DoC und eine Bestätigung, dass er die Erzeugerpflichten trägt
Eine Sendung aus Faltschachtel, Versandkarton und Palette hat in der Regel mehrere Erzeuger und mehrere DoCs.

Checkliste Erzeuger: heute Pflicht

  • Je Verpackung die Bestandteile erfassen: Material, Gewicht, Farben, Etiketten, Verschlüsse.
  • Jeden Bestandteil-Lieferanten nach Art. 16 um Angaben bitten: Bestätigung zu Schwermetallen (höchstens 100 mg/kg je Bestandteil), SVHC-Erklärung nach REACH, bei Lebensmittelkontakt PFAS-Erklärung und FCM-Unterlagen. Mit Name, Funktion und Datum der erklärenden Person und einer Zusage zur Änderungsmeldung.
  • Prüfberichte nur bei Risikomaterial anfordern: Weich-PVC, bedruckte Teile aus Drittländern, Rezyklat unbekannter Herkunft, Papier oder Formfaser mit Lebensmittelkontakt (Gesamtfluor).
  • Technische Dokumentation nach Anhang VII a bis f je Verpackung anlegen, inklusive Risikoanalyse.
  • DoC nach Anhang VIII ausstellen: Ort, Datum, Name, Funktion, Unterschrift. In Deutschland auf Deutsch oder Englisch.
  • Kennung sowie Name und Anschrift auf der Verpackung oder in den Begleitpapieren anbringen (Art. 15 Abs. 5 und 6).
  • DoC und technische Dokumentation 5 Jahre aufbewahren, bei Mehrweg 10 Jahre, gerechnet ab der letzten in Verkehr gebrachten Einheit.
  • Bezugs- und Lieferdaten je Bestandteil festhalten (Art. 22).

Checkliste Händler: prüfen, nicht erklären

  • Je Lieferant prüfen, ob der Hersteller im Verpackungsregister steht.
  • Prüfen, ob Kennung sowie Name und Anschrift des Erzeugers auf der Verpackung oder in den Begleitpapieren stehen.
  • Einen formlosen Prüfvermerk ablegen. Eine DoC-Kopie ist nicht Pflicht, aber als Sorgfaltsnachweis sinnvoll.
  • Bezugs- und Lieferdaten aufbewahren (Art. 22).
  • Achtung bei Eigenmarken: Wer Ware unter eigenem Namen vertreibt, wird nach Art. 21 selbst Erzeuger.

Checkliste Importeur: Kopie und Anschrift

  • Vom Drittlandhersteller die DoC-Kopie anfordern, in Deutschland auf Deutsch oder Englisch.
  • Schriftliche Zusage einholen, dass die technische Dokumentation auf Verlangen vorgelegt wird.
  • Eigenen Namen und Anschrift auf der Verpackung oder im Begleitdokument anbringen (Art. 18 Abs. 3).
  • DoC-Kopie 5 bzw. 10 Jahre aufbewahren (Art. 18 Abs. 7).
  • Bei Lohnfertigung unter eigener Marke gilt die Erzeuger-Checkliste. Die Kleinstunternehmen-Ausnahme greift nicht, weil der Lieferant nicht in der EU sitzt.

Vorsorglich erfassen, noch keine Pflicht

Diese Daten brauchen Sie erst 2028 bis 2030, sie lassen sich aber heute günstig mit abfragen: eine Stückliste mit Material je Schicht und Gewicht mit Toleranz, Rezyklat nach Post-Consumer und Post-Industrial getrennt, eine Einschätzung zur Recyclingfähigkeit. Leistungsstufen nach Art. 6 gibt es erst nach dem delegierten Rechtsakt, Rezyklat-Mindestanteile ab 2030, das Sortierlabel nach Art. 12 frühestens 2028. Zertifikate wie ISCC PLUS belegen allein keinen Rezyklatanteil und sind heute keine Voraussetzung.

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Reguly ordnet jede Verpackung einer Rolle zu, fragt Lieferanten nach Art. 16 und erstellt die DoC aus Ihren Daten.

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Geschrieben von

Ben KoenigsBen KoenigsCo-Founder & CPO, Reguly