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PPWR-Strafen & Bußgelder: Was wirklich droht

PPWR-Strafen und Bußgelder kurz erklärt: Was die Marktüberwachung schon jetzt anordnen kann, ab wann Bußgelder greifen und warum ein Vertriebsverbot oft schwerer wiegt.

Jan CrienenJan CrienenCo-Founder & CEO, RegulyVeröffentlicht am 24.08.2026 · 4 Min Lesezeit
Marktüberwachung prüft Verpackungen auf PPWR-Konformität – Symbolbild für Sanktionen und Bußgelder
Inhalt
  1. Was passiert, wenn ich die PPWR nicht erfülle?
  2. Wie hoch sind die Bußgelder in Deutschland?
  3. Ab wann drohen Bußgelder?
  4. Wie schützen Sie sich?

Wer die PPWR nicht erfüllt, bekommt es zuerst mit der Marktüberwachung zu tun: Sie kann Korrekturen verlangen, den Verkauf untersagen und Verpackungen zurücknehmen oder zurückrufen lassen. Die Höhe der Bußgelder legt nicht die EU-Verordnung fest, sondern das nationale Recht. In Deutschland ist das seit dem 12. August 2026 das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Dieser Beitrag gibt den Überblick. Die Einzelheiten stehen im Beitrag „PPWR-Bußgelder nach dem VerpackDG“.

Was passiert, wenn ich die PPWR nicht erfülle?

Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) wird in Deutschland von den Marktüberwachungsbehörden der Länder durchgesetzt. Stellt eine Behörde eine Nichtkonformität fest, verlangt sie nach der Erwartung der EU-Kommission zuerst Abhilfe. Bleibt diese aus, kann sie den Verkauf untersagen und Rücknahme oder Rückruf anordnen. Diese Befugnisse bestehen schon jetzt, unabhängig davon, ab wann ein Bußgeld droht. Für viele Unternehmen ist das Vertriebsverbot die schwerere Folge: Ware, die nicht verkauft werden darf, bindet Kapital und belastet Lieferbeziehungen.

In einer Prüfung fragt die Behörde in der Regel zuerst nach der EU-Konformitätserklärung und dann nach der technischen Dokumentation. Beides erstellt der Erzeuger der jeweiligen Verpackung. Er muss die Unterlagen auf begründetes Verlangen binnen zehn Tagen elektronisch vorlegen (Art. 15 Abs. 10).

Wie hoch sind die Bußgelder in Deutschland?

Die PPWR selbst nennt keine Beträge. Das VerpackDG kennt drei Stufen mit Höchstbeträgen von 10.000, 100.000 und 200.000 €. Verstöße gegen die Konformitätspflichten der PPWR fallen meist in die Stufe bis 10.000 €, etwa eine fehlende oder unvollständige Konformitätsbewertung oder Unterlagen, die nicht aufbewahrt oder zu spät vorgelegt werden. Bis zu 100.000 € drohen, wenn ein Unternehmen eine vollziehbare Anordnung der Behörde missachtet. Die höchste Stufe betrifft Pflichten wie die Systembeteiligung, nicht die Konformitätserklärung.

Rechtsgrundlage in Deutschland
§ 66 VerpackDG
Konformitätspflichten der PPWR
Bußgeldbewehrt ab 12.02.2027, meist bis 10.000 €
Missachtete Anordnung
Bis 100.000 €
Zusätzliche Folge
Vertriebsverbot, Rücknahme oder Rückruf bis zur Behebung

Ab wann drohen Bußgelder?

  1. 12.08.2026

    PPWR und VerpackDG gelten

    Die Marktüberwachung kann Nichtkonformität feststellen, Korrekturen anordnen und den Verkauf untersagen. Verstöße gegen nationale Pflichten wie Registrierung und Systembeteiligung sind bereits bußgeldbewehrt.

  2. 12.02.2027

    Bußgelder für PPWR-Verstöße

    Ab diesem Tag sind auch Verstöße gegen die Konformitätspflichten der PPWR bußgeldbewehrt (§ 68 Abs. 17 VerpackDG).

Wie schützen Sie sich?

Die beste Vorsorge ist eine Dokumentation, die Sie jederzeit vorlegen können. Klären Sie je Verpackung, ob Sie Erzeuger sind. Wenn ja, halten Sie die EU-Konformitätserklärung aktuell und die technische Dokumentation nach Anhang VII vollständig. Legen Sie außerdem fest, wer Behördenanfragen innerhalb der Zehn-Tage-Frist beantwortet.

Wie ein konkreter Verstoß bewertet wird und wie hoch ein Bußgeld ausfällt, bestimmen Behörde und nationales Recht.

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Stufen, Beträge und Stichtage im Detail

Der aktuelle Beitrag zeigt die drei Bußgeldstufen des VerpackDG, wen sie treffen und ab wann welches Bußgeld gilt.

Zum aktuellen Bußgeld-Beitrag

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Jan CrienenJan CrienenCo-Founder & CEO, Reguly